Mittwoch, 8. Dezember 2010

Oppbruddstemning (Aufbruchstimmung)

Hallo ihr lieben Leute, das ist mein vorerst letzter Eintrag. Über die Zeit, die ich hier in Deutschland bin, werde ich wahrscheinlich nichts schreiben.
Ich habe den Eintrag schon am Montag in meiner Wartezeit verfasst. Teils am Flughafen in Bergen, teils während ich irgendwo anders herum saß. Ich bin ja von Bergen über Kopenhagen nach München geflogen. In Kopenhagen hat sich der Anschlussflug um eine Stunde verzögert, deswegen habe ich dann die S-Bahn verpasst, die ich vom münchner Flughafen zum Hauptbahnhof nehmen wollte. Letzendlich kam ich jedenfalls erst um 1.15Uhr in Hof am Bahnhof an. Losgefahren bin ich in Fantoft um 9Uhr. Es war also ein unglaublich langer, nervenaufreibender Tag. Aber es hat sich natürlich gelohnt.
Schluss mit der Vorrede, hier kommt der eigentliche Eintrag:

Ich sitze gerade noch am Flughafen in Bergen und will mir die Zeit vertreiben. Und es gibt ja auch noch einiges zu berichten.
Da ich ja schon so lange nicht mehr geschrieben habe, ist das erste Ereignis vom 26.11.: 90er-Party im Klubb Fantoft. Da war ich mit Tiffy, die ich vor meinem Rückflug nach Bergen im Januar in Berlin besuchen werde. Es war richtig viel los und eigentlich war es auch ganz lustig. Die Musik war eben aus den 90ern, verkleidet hat sich aber keiner. In Tiffy habe ich auch direkt schon eine Lästerschwerster gefunden ^^ Einige haben sich nämlich aufgeführt als wären sie 16. Ich habe insgesamt sowieso das Gefühl das sehr sehr viele der Austauschstunden ihren Auslandsaufenthalt als ein riesiges Saufgelage sehen und das wurde an diesem Abend mal wieder deutlich. Aber es kann ja auch nicht jeder so ein Streber sein wie ich :P
Nach der Party haben einige Leute auch noch randaliert. An der Außenwand den A und B Blocks haben sie mit Edding etwas hingemalt und Zeitschriften, die in jedem Eingangsbereich zur Mitnahme lagen, wurden überall verteilt. Siehe Fotos.




Es wurde übrigens sogar Tiffys Bier von unserem Tisch geklaut, als wir gerade getanzt und einen Moment nicht hin gesehen haben. Das ist echt ein Ding…

„Streber“ war allerdings ein gutes Stichwort für das nächste Thema: Wer meinen Blog schon seit meiner Abreise mit verfolgt, weiß, dass ich im ersten Monat in Bergen noch eine Hausarbeit für meine Uni in Erlangen schreiben musste. Name der Arbeit: „Begriff und Funktion des Trostes in Meister Eckharts das Buch der göttlichen Tröstung“… unglaublich spannend, fesselnd und wissenswert, nicht. Die erste Version, die ich dazu fabriziert hatte, war ziemlich grottig, da ich weder Lust auf das Thema hatte, noch auf Schreiben, da ich immerhin schon in Bergen war und mich gerne mit anderen Dingen befassen wollte. Nachdem mir mein liebster Kommilitone und Streberkollege Jan allerdings ordentlich in den Arsch getreten hatte, war genug Motivation da, um noch einmal alles zu überarbeiten und letztendlich eine annehmbare Arbeit abzugeben.
Jetzt ist die Note endlich da und trotz allem ist mir schleierhaft wie ich zu dieser Note kommen konnte, da mir noch nie eine Hausarbeit so schwer gefallen ist, wie diese. Es war eben ein mir sehr fremdes Themengebiet und mein erstes Hauptseminar, in dem man deutlich höhere Ansprüche hatte. Kommen wir zum Punkt: Ich habe eine 1,0
Meine mündliche Prüfung zu der Deutschhausarbeit, die ich hier in Bergen geschrieben habe, hatte ich am vergangenen Freitag. 30 Minuten mit Werner und Karl in einem Raum vor einem riesigen Bildschirm und einer Kamera über Varietäten und Wortstellung snakken. Bildschirm und Kamera waren da, weil es eine Videoübertragung zu einer Zensorin gab, die irgendwo anders in Norwegen saß. Die Note hat sich dann aus zwei Drittel schriftlich zu ein Drittel mündlich ergeben. In Norwegen werden die Noten nicht in Ziffern, sondern in Buchstaben angegeben. A ist das Beste und F ist durchgefallen (wobei F allerdings einer 6 entspricht, d.h. man ist erst mit einer 6 und noch nicht mit einer 5 wie in Deutschland durchgefallen). Ich hab eine A bekommen. Freue mich total.
Am Mittwoch war die mündliche Prüfung in Norwegisch. Die war ganz ok, wenn ich auch nicht wirklich zufrieden mit meiner Leistung bin. Die Prüfer haben allerdings keinen Kommentar abgegeben. In einem eisig kalten, großen Lesesaal fand am Donnerstag für das komplette Level 1 die schriftliche Prüfung statt. Ich war wesentlich weniger aufgeregt als vor der Mündlichen und es ist dann auch überraschend gut gelaufen. Der Aufgabentyp, vor dem ich am meisten Bedenken gehabt hatte – Präpositionen einsetzen – kam nicht dran und das Diktat konnte man auch gut verstehen. Ich bin mir also sicher, dass ich bestanden habe. In ca. 4 Woche sollen wir die Noten erfahren. Besonderheiten aus deutscher Sicht: 1. Den Namen darf man nicht auf den Prüfungsbogen schreiben, sondern nur die Studentennummer. Soll sicherlich jegliche Subjektivität oder Voreingenommenheit bei der Korrektur ausschließen. 2. Drei Stunden hatten wir Zeit. Da ist nichts mit Zeitdruck wie in Klausuren an deutschen Universitäten. Das war sehr ungewohnt. Ich hab mir viel Zeit bei der Korrektur gelassen und bin dennoch wie die meisten schon nach knapp 2h gegangen.

Jetzt haben wir den fast fotolosen, unilastigen Teil hinter uns und kommen zu den positiven, bilderreichen Ereignissen der letzten beiden Wochen: Lysfest und Pepperkakebyen.

Das Lysfest (Lichterfest) fand am 27.11. statt. Es leitet in Bergen die Weihnachtszeit ein. Um 16Uhr traf sich die ganze Stadt am See in der Innenstadt, wo eine Bühne aufgebaut war und der Juletre (Weihnachtsbaum) schon auf dem Eis stand. Es wurden zunächst Pepperkake und Liederheftchen verteilt, dann haben ein Kinderchor gesunden und ein Altmänner-Blaßorchester gespielt. Des Weiteren sind zwei norwegische Rapper aufgetreten, die über Bergen gesungen haben. Das war unglaublich lustig, weil man jetzt schon den einen oder anderen Satz versteht. Mitwippen musste man sowieso, sonst wäre man nämlich erfroren. Denn es war so eisig kalt wie ich es schon lang nicht mehr erlebt habe. Als es dann fast komplett dunkel war, so gegen 16.30 !!!, wurden die Lichter angeknipst und Fackeln an alle Menschen, die rund um den ganzen See standen, verteilt. Das war ein sehr schönes Bild. Um circa 17.15Uhr gab es dann zum Abschluss ein tolles Feuerwerk. Es gibt da jemanden, der euch bestätigen kann, dass mich Feuerwerke eigentlich nicht tangieren, aber das war richtig toll!






Dann zuletzt noch zur Pepperkakebyen, das ist die weltgrößte Lebkuchenstadt. Vor ein paar Wochen habe ich ja schon einmal erwähnt, dass es diese ab Ende November zu bestaunen gibt. Am vergangenen Samstag war ich dann mit ein paar Bekannten drin. Das war wirklich beeindruckend wie viel Mühe sich dich Menschen gegeben haben, aber seht selbst, ich hab richtig viele Fotos gemacht.











Hier der Link zum Pepperkakebake-Song, dessen Sontext man außen an dem Zelt lesen konnte, in dem die ganzen Häuschen aufgebaut waren. Wenn ihr ein wenig Erheiterung wollt, hört ihn euch an :)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

ich sag nur:"Streber" :P und ich bin stolz auf dich, du hast dein jahr ja toll gemeistert. freu mich, dass du wieder da bist, aber es ist auch ein bisschen traurig, dass man keine blog einträge mehr von dir lesen wird :( ...naja dann erzählst du mir halt alles im "realen leben" :) bis ganz bald, drücker! :*