Nachdem ich schon am Montag aufgrund des guten Wetters wandern wollte, aber niemand Lust hatte, hab ich am Dienstag glücklicherweise jemanden gefunden, der sich auf eine Wanderung für Mittwoch einlassen wollte.
Kurz nach 9 ging es in Fantoft los. Eigentlich wollte ich nur über einen anderen Weg auf den Fløyen – was man ja noch nicht als Fjelltur bezeichnen kann, das ist ein bergauf-Spaziergang – und von dort auf den Rundemanen, einen weiteren der berüchtigten 7 Berge um Bergen. Der Rundemanen ist zwar schon recht hoch mit seinen 568m, doch wenn man ihn vom Fløyen aus besteigt, muss man fast nur das hoch, was von den 399m des Fløyen noch fehlt, da es vorher kaum nach unten geht.
Der Weg, den ich nehmen wollte – und Tobi hat sich da voll auf meinen Vorschlag eingelassen – führte vom Svartediket aus hoch, dem See zwischen Fløyen und Uriken, von dem es schon Fotos gab.
Von diesem See ging es zunächst noch zu einem weiteren Stausee und dort hat man den Rundemanen schon gesehen.

Bis dort hin waren wir eigentlich nur 1,5h unterwegs und direkt auf den Rundemanen zu steigen erschien dann noch recht kurz. Da Tobi sogar noch bergsteig-geiler ist als ich, hat er vorgeschlagen von dem See aus, wo es eigentlich links zum Rundemanen ging, erst mal rechts zu gehen, um dann über „Vidden“, einen Pfad auf einer Bergkette, einen großen Bogen um den See oben herum zum Rundemanen zu laufen. Ich fand die Vorstellung krass und war mir nicht sicher, ob das machbar ist, hab aber eingewilligt. Auf dem folgenden Foto, das nicht von mir stammt, sondern aus dem Internet, ist der Weg, den wir letztendlich gelaufen sind, grob eingezeichnet – nicht erschrecken!

Der Aufstieg direkt vom See aus auf die erste „Spitze“ war das härteste. Dort war ich mir nicht sicher, ob es eine gute Idee gewesen ist, diesen Weg einzuschlagen, aber von dort aus ging es erst mal eine ganze Weile flach, teils sogar nach unten. Dort haben wir wieder Kraft gesammelt und sind nach gar nicht so langer Zeit auf dem Berg Grønetuva gelandet, auf 642m. Der restliche Weg ging erst mal auf nahezu gleicher Höhe weiter. Dort oben war es wirklich unglaublich! Absolut menschenleer und man hat absolut nichts gehört. Da wir auch nur zu zweit waren, war das noch mal ein ganz anderes Feeling. Der Blick in die stadtabgewandte Richtung war auch Wahnsinn, obwohl man dort nichts Spektakuläres gesehen hat, sondern einfach Weite und Leere. Hinter jedem Berg kommt ein weiterer Berg und es ist kein Ende zu erwarten.


Dort waren wir ca. nach weiteren 1,5h angekommen. Pausen gab es zwischendurch immer kurze, um nur mal durch schnaufen zu können.
Ich muss wirklich betonen, dass der Weg von dort an nicht mehr wirklich anstrengend war, was man vielleicht nicht glaubt, wenn man sieht, wo wir entlang gelaufen sind, aber es war einfach ziemlich flach. Nur dann um zum Rundemanen zu kommen musste man erst noch mal ein ganzes Stück absteigen und dann natürlich wieder hoch. Das war noch mal eine Herausforderung.









Anschließend wusste man nicht so genau, wo es auf den Fløyen geht, aber wir sind einfach dem Trampelpfad gefolgt. Dieser hat zwar in unerwartete Richtungen und nur noch bergab geführt, aber plötzlich waren wir auch schon auf dem Fløyen – 14.15Uhr. Leider war das absteigen für die Knie absolut nicht schön und dann auch noch ganz nach unten… Heute, einen Tag später, habe ich keinen Muskelkater, aber Schmerzen in den Knien. Unten kamen wir dann um 15.30Uhr an.
Tobi ging gleich im Anschluss in seinen Sprachkurs, ich nach Hause, duschen und essen.
War echt super! Zum ersten mal hier in Bergen eine total untypische Tour, eine nicht-touristische.
Und so sieht das dann auf der Karte aus und noch einmal auf einem anderen Foto aus dem Internet, auf dem man die ganze Strecke sehen kann (bitte vergrößern).


Und morgen gehts nach Flåm. Das wird sicher auch toll. Aber keine Angst, wandern ist nicht vorgesehen ;)
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